Der ADHS-Code: die Methode in fünf Schritten
Der ADHS-Code ist die Methode, mit der ich im 1:1-Mentoring für Frauen mit ADHS arbeite. Fünf Schritte, die aufeinander aufbauen: Erkennen. Entfalten. Erreichen. Wir starten bei dir und deinem Kopf. Apps und Planer kommen später, wenn überhaupt. Am Ende steht ein Alltag, der zu deinem Gehirn passt und in dem Projekte fertig werden.
Die Reihenfolge hat einen Grund. Viele Frauen mit ADHS haben schon zehn Systeme ausprobiert, und jedes ist nach drei Tagen gescheitert. Meist lag das am System, das für einen anderen Kopf gebaut war. Darum kommt Struktur bei uns erst im dritten Schritt.
Die fünf Schritte in meinen Worten
01 · Selbstkenntnis & Klarheit
Wir verstehen, wie dein Kopf wirklich funktioniert
Wir schauen gemeinsam, wie dein ADHS-Gehirn tickt, wo deine ungenutzten Stärken liegen und was dich bisher unbewusst gebremst hat. Ohne Klarheit über dich selbst bleibst du, wo du bist. Mit ihr verändert sich alles.
02 · Stärken aktivieren
Dein Anders-Denken wird zur Superkraft
Wir finden, was dich einzigartig macht: deine Kreativität, dein Blick für Zusammenhänge, deine Energie. Und richten es gezielt aus. Du hörst auf, dich anzupassen. Du fängst an, dich zu nutzen.
03 · Struktur & System
Ein Rahmen, der zu deinem Kopf passt
Wir entwickeln Strukturen, die mit deinem ADHS-Gehirn arbeiten, nicht dagegen. Flexibel, nachhaltig und auf dich zugeschnitten, damit du Ergebnisse erzielst, auch wenn die Energie mal schwankt.
04 · Kommunikation & Wirkung
Du zeigst, wer du wirklich bist
Mit meiner Ausbildung in Ganzheitlicher Kommunikation helfe ich dir, authentisch aufzutreten, nach innen wie nach aussen. Du weisst, wie du dich ausdrückst, wie du Grenzen setzt und wie du Vertrauen erzeugst.
05 · Action & Momentum
Aus Klarheit wird Bewegung, aus Bewegung werden Ergebnisse
Jetzt kommt die Umsetzung. Konkret, messbar, nachhaltig. Du weisst, was dein nächster Schritt ist, und gehst ihn. Nicht irgendwann. Jetzt.
So sieht der ADHS-Code im Arbeitsalltag aus
Schritt 1: Selbstkenntnis und Klarheit
Was passiert: Wir schauen gemeinsam, wie dein ADHS-Gehirn tickt. Wann bist du voll da, wann geht nichts mehr? Wo liegen Stärken, die du bisher kaum nutzt? Und was hat dich unbewusst gebremst, vielleicht schon seit der Schulzeit?
Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Du nimmst dir jeden Morgen vor, um acht die Quartalsauswertung anzugehen. Um acht beantwortest du Mails, um neun sitzt du im Meeting, um elf ist der Kopf voll. Im ersten Schritt merken wir vielleicht, dass dein Gehirn erst gegen zehn auf Touren kommt und nach jedem Teammeeting eine halbe Stunde braucht, bis es wieder ruhig ist. Das ist eine Information über dich, mit der wir arbeiten können.
Was du danach kannst: Du kennst deinen Energie-Rhythmus und deine typischen Stolperstellen. Du kannst erklären, warum du an manchen Tagen drei Aufgaben in einer Stunde schaffst und an anderen keine einzige, und du hörst auf, dich dafür zu verurteilen.
Schritt 2: Stärken aktivieren
Wir finden, was dich ausmacht: dein Blick für Zusammenhänge und die Energie, die du hast, wenn dich etwas packt. Dann richten wir diese Stärken gezielt aus. Du hörst auf, dich anzupassen, und fängst an, dich zu nutzen.
Ein Beispiel: In Workshops bist du diejenige, die nach zehn Minuten die Lösung sieht, während die anderen noch die Ausgangslage sortieren. Im Protokoll danach verlierst du dich. Viele Frauen sehen nur das Protokoll und halten sich für chaotisch. Wir schauen auf beides und fragen: Wie bekommst du mehr Aufgaben, bei denen dein vernetztes Denken gebraucht wird? Und wer oder was übernimmt das Protokoll?
Am Ende dieses Schritts weisst du, welche Aufgaben dir Energie geben und welche dich leeren. Du kannst deine Stärken benennen, ohne dich kleinzumachen, auch im Gespräch mit deiner Chefin oder deinem Kunden.
Schritt 3: Struktur und System
Was passiert: Jetzt bauen wir Strukturen, die mit deinem ADHS-Gehirn arbeiten. Flexibel und auf dich zugeschnitten, damit du Ergebnisse erzielst, auch wenn die Energie schwankt. Wir arbeiten mit Energie-Blöcken statt starrem Stundenplan, mit Erinnerungen, die du siehst, und mit Routinen, die auch einen schlechten Tag aushalten.
Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Ein Bericht ist seit zwei Wochen fällig. Der klassische Rat wäre: Setz dir eine Deadline und blocke drei Stunden. Für ein ADHS-Gehirn ist ein Dreistundenblock oft eine Wand. Wir zerlegen den Bericht in Stücke von 25 Minuten, legen das schwierigste Stück in deine Hochphase und das Formatieren in die Zeit nach dem Mittag, wenn der Kopf ohnehin langsamer läuft. Vielleicht hilft dir eine Kollegin, die im gleichen Raum an etwas anderem arbeitet. An manchen Tagen klappt auch das nicht. Dann reicht ein einziges Stück.
Was du danach kannst: Du hast ein System, das du nach einem chaotischen Tag wieder aufnehmen kannst, ohne von vorne anzufangen. Du planst deine Woche nach Energie und weisst, was du tust, wenn ein Plan kippt.
Schritt 4: Kommunikation und Wirkung
Hier fliesst meine Ausbildung im Jahrestraining Ganzheitliche Kommunikation ein. Ich helfe dir, so aufzutreten, wie du bist, im Team genauso wie vor Kundinnen. Wir arbeiten daran, wie du dich ausdrückst und wo du Grenzen setzt. Dazu gehört die Frage, wem du was über dein ADHS erzählst, und die entscheidest du allein.
Zwei Situationen, die viele Frauen kennen: Im Teammeeting fällt dir mitten im Satz deiner Kollegin die Lösung ein, und du sagst sie. Später ärgerst du dich, weil es wieder nach Unterbrechen aussah. Oder deine Chefin schreibt «Können wir kurz reden?», und du verbringst den Nachmittag mit dem Gedanken, du hättest etwas falsch gemacht. Wir üben Sätze, die dir in solchen Momenten Luft verschaffen, und schauen, welche Bedürfnisse du im Job ansprechen kannst, etwa einen ruhigeren Arbeitsplatz oder klare schriftliche Aufträge.
Danach kannst du sagen, was du brauchst, ohne dich zu rechtfertigen. Du setzt Grenzen, bevor du erschöpft bist, und du trittst so auf, dass man dir zuhört.
Schritt 5: Action und Momentum
Was passiert: Im letzten Schritt geht es um Umsetzung. Wir legen konkrete, überprüfbare Schritte fest und schauen jede Woche, was funktioniert hat und was nicht. Zwischen den Sessions bin ich per WhatsApp erreichbar, damit du nicht eine ganze Woche an einer Hürde hängst.
Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Seit einem Jahr willst du dein Weiterbildungsprojekt anpacken oder dich auf die interne Stelle bewerben. Im fünften Schritt wird daraus ein nächster Schritt für diese Woche: Am Donnerstag um zehn, in deiner Hochphase, schreibst du die ersten drei Sätze des Motivationsschreibens. Mehr nicht. Am Freitag schaust du, wie es lief, und passt an.
Was du danach kannst: Du weisst, was dein nächster Schritt ist, und gehst ihn. Du kannst Momentum aufbauen und es zurückholen, wenn es einmal weg ist. Projekte kommen ins Ziel, auch wenn die Woche dazwischen chaotisch war.
Für wen ist der ADHS-Code gedacht?
Für Frauen mit ADHS im Beruf oder in der Selbständigkeit, die viel können und trotzdem das Gefühl haben, sich im Kreis zu drehen. Eine Diagnose brauchst du nicht. Wenn du dich wiedererkennst, reicht das für den Anfang.
Der ADHS-Code ist eine Mentoring-Methode für den Alltag. Für Diagnose und Therapie bist du bei deiner Ärztin oder deinem Therapeuten richtig, das gilt auch für Medikamente. Bist du schon in Behandlung, arbeite ich gern daneben. Wenn zum ADHS eine Depression dazukommt, findest du mehr dazu bei der Begleitung bei ADHS und Depression. Nach einer Krankschreibung hilft dir die Begleitung bei der Wiedereingliederung.
Wie der ADHS-Code bei einer Klientin gewirkt hat, liest du unter Erfahrungen. Und wenn du wissen willst, ob die Methode zu dir passt, reden wir am besten direkt.
Zum ersten Schritt kann auch der Körper gehören: Wie fühlt sich dein Energie-Hoch an, wie das Tief? Hier fliesst meine Yoga-Erfahrung ein, mehr dazu unter Yoga bei ADHS.